Einsteiger schwanken zwischen zwei Extremen: vollständige Vermeidung oder komplette Konfrontation. Sie sagen alle Treffen ab oder zwingen sich zu jedem Termin, unabhängig vom aktuellen Zustand. Beide Strategien erzeugen Druck. Die Vermeidung verstärkt langfristig die Angst, die Zwangskonfrontation führt oft zu überwältigenden Erfahrungen, die als Bestätigung der Angst interpretiert werden. Viele berichten von Erschöpfung durch dieses Alles-oder-Nichts-Denken.
Erfahrene haben durch Experimente eine persönliche Abstufung entwickelt. Sie unterscheiden zwischen verschiedenen Situationen: Einzelgespräch mit vertrauter Person ist möglich, Gruppentreffen mit Unbekannten erfordert Vorbereitung, große Veranstaltungen bleiben aktuell außer Reichweite. Diese Kategorisierung entstand nicht aus Ratgebern, sondern durch systematisches Testen und ehrliches Dokumentieren der Ergebnisse über Monate hinweg.
Der praktische Unterschied liegt in der Vorbereitung. Einsteiger gehen unvorbereitet in Situationen oder grübeln stundenlang vorher. Fortgeschrittene haben konkrete Werkzeuge entwickelt: Vorab-Absprachen mit Gastgebern über möglichen frühen Aufbruch, geparkte Ausreden für Rückzug, vorher festgelegte Signale an Begleitpersonen. Diese Strategien wurden nicht erdacht, sondern in realen Situationen getestet und angepasst. Ein Notizbuch mit Einträgen wie Geburtstagsfeier bei Nachbarin, nach vierzig Minuten gegangen, war okay half dabei, realistische Grenzen zu erkennen.

